Das projekt

Eurochorus : Projekt 2022

 “Musik für den Frieden”

Musikalische Leitung Heinrich Bentemann,
Chorleiter der “Troubadours d’Aix”, CFA-Chor von Aix-la-Chapelle

22. bis 28. August 2022 – Aachen

Das Programm des internationalen Chortreffens Eurochorus 2022 in Aachen vereint Werke aus dem klassischen Repertoire von der Renaissance bis zur Gegenwart, die den Frieden beschwören. Eine musikalische Kostprobe, der für diesen Workshop ausgewählten Stücke wird Ihnen im untenstehenden detaillierten Programm angeboten.

Dieser Workshop richtet sich an begeisterte erwachsene Sängerinnen und Sänger mit gutem Niveau, die bereits Erfahrung im Chorgesang haben und in einem Chor singen.

Eine gute Vorbereitung der Stücke vor Beginn der Chorwoche wird vorausgesetzt.

Lernhilfevideos zu jedem Stück werden ab April zur Verfügung gestellt, um das Lesen der Partituren, das Lernen der Texte zu erleichtern und die erfolgreiche Vorbereitung jedes Einzelnen zu ermöglichen (Seite: Partituren und Lernen). Alle Lerndateien werden spätestens im Juni zur Verfügung stehen.

Während des Workshops werden die Werke in Register- und Tuttibesetzung erarbeitet, in deutscher und französischer Sprache, mit englischen Hinweisen. Dazu kommen tägliche Stimmbildungs- und Stimmtechnikübungen, Chorcoaching in Registerbesetzung und individueller Stimmberatung, die von den Gesangslehrern angeboten wird.

Die endgültige Auswahl der Stücke, die bei den Konzerten am Ende des Kurses öffentlich aufgeführt werden sollen, hängt von der in kurzer Zeit erreichbaren Qualität unseres Ensembles und damit vom Grad der Vorbereitung jedes einzelnen Chorsängers ab.

Die Werke

Das Programm der Chorwoche von Eurochorus vom 22. bis 28.August 2022 in Aachen umfasst insgesamt die nachfolgend kurz beschriebenen Kompositionen. Je nach Leistungsfähigkeit unseres ad-hoc-Ensembles und vor allem nach Umfang und Qualität der individuellen Vorbereitungen (dafür erstellen wir demnächst Übe-Videos, mit deren Hilfe jede/r seine Stimme tonlich, rhythmisch und  textlich üben kann) treffen wir eine größere oder kleinere Auswahl von zu erarbeitenden Werken. In den beiden Konzerten am Ende der Chor-woche werden diese Werke, öffentlich aufgeführt.

  • Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847): Verleih uns Frieden

Schon oft auf den Programmen unser Deutsch-Französischen Chöre vertreten, auch beim „Grand concert pour la paix franco-allemande“ am 11.November 2018 in Aurillacgesungen, begründet Mendelssohns Chorkantate über Martin Luthers deutsch-sprachige Nachdichtung der gregorianischen Antiphon Da pacem, Domine, in diebus nostris den thematischen Zusammenhang unsererFriedenskompositionen. (Mit Klavier)

Eine gute Aufnahme mit Klavier (obwohl das Klavier etwas laut ist) : Stuttgarter Hymnus-Chorknaben/ Rainer Homburg  hier verlinken

  • Johannes Brahms (1833-1897): Ach, arme Welt

Im Jahr 1888 komponierte Brahms sein letztes Chorwerk, die Drei Motetten op. 110. Der Chorsatz Ach, arme Welt ist davon das mittlere Stück und endet in seiner dritten Strophe mit der Bitte Des hilf uns, Herr, zum Frieden.(A cappella)

Empfehlenswerte Aufnahme (Chor leider anonym): Tempo, Interpretation, Aussprache :  hier verlinken

  • Max Reger (1873-1916): Dein, o Herr, ist die Kraft

Unser Gründungspatron Bernard Lallement verwendet in seiner Cantate pour la paix schon Regers ursprünglich in englischer Sprache für eine amerikanische Kirche komponiertes Responsorium. Die Bitte um Frieden bildet den Refrain dieser kleinen Chorkomposition. (A-cappella)

Keine empfehlenswerte Aufnahme gefunden

 

 

 

 

  • Peteris Vasks (*1946). The fruit of silence / Le fruit du silence

Die Musik des lettischen Komponisten Peteris Vasks vermittelt Botschaften und mahnt zum Widerstand gegen die Unmenschlichkeit dieser Welt. In The Fruit of Silence (2014) vertont er fünf Sätze von Mutter Teresa, in denen ihre Vorstellung von gottesgläubiger, friedensstiftender Nächstenliebe in poetisch verdichteter Form zusammenfasst. (Mit Klavier)

Sehr schöne Aufnahme, vor allem die Stimmführung :  Voces8 / Huw Watkins: hier verlinken

  • Josquin Desprez (1450/55-1521): Agnus Dei III aus der “Missa da pacem“

Der aus der Picardie stammende Komponist der Frührenaissance galt zu seiner Zeit als der bedeutendste Komponist: Luther schrieb über seine kompositorische Meisterschaft: „Die andern haben’s machen müssen, wie die Noten wollten. Bei ihm mussten die Noten machen, wie er wollte.« Klangliche Schönheit und Ausgewogenheit und gleichzeitig eine mathematisch-intellektuelle Konzeption zeichnen alle seine Vertonungen, vor allem des Ordinarium Missae, der liturgisch sonntäglich wiederkehrenden Teile der Messe, aus. (A-cappella)

Empfehlenswerte Aufnahme: Tempo, Stimmklang : Lumina Vocal Ensemble / Anna Pope:  hier verlinken

  • Maurice Ravel (1875-1937): Drei schöne Vögel aus dem Paradis

In dem im ersten Kriegswinter 1914 komponierten a-cappella-Werk für Solisten und vierstimmigen begleitenden Chor fängt Ravel textlich und musikalisch die Ängste seiner Zeitgenossen im Krieg ein: Ein Mädchen sieht drei Vögel aus dem Paradies vorüber-fliegen, einen blauen, einen weißen und einen roten. Es sind die Farben der Trikolore, die sie daran erin nern, dass ihr Freund für Frankreich in den Krieg gezogen ist. (A-cappella)

Sehr schöne Aufnahme, vor allem die Stimmführung :  The Cambridge Singers / John Rutter: hier verlinken

  • Enjott Schneider (*1950): Dona nobis pacem

Enjott Schneider, Komponist und über viele Jahre auch Vorsitzender der GEMA, stellt die lateinische Bitte um Frieden, wie bei Arvo Pärt, dem deutschen Luthertext, einschließlich der Melodie des Lutherliedes, wie bei Felix Mendelssohn-Bartholdy, einander gegenüber. Besonders reizvoll für die Ausführenden sind die metrisch freien Passagen und die damit kontrastierenden drängenden, stark beschleunigten Steigerungen. Eine besondere Herausforderung und insgesamt eine eher ungewöhnliche Art chorischen Singens warten auf die Choristen. (A-cappella)

Keine Aufnahme

  • Philippe Rombi(*1968): Verbrüderungshymnus

Der Hymne des fraternisés (I’m dreaming of home) ist Teil der von Philippe Rombi komponierten Filmmusik zum Film Joyeux Noël. Le film beruht auf der wahren Ge-schichte von Verbrüderungen zwischen deutschen, französischen und englischen Soldaten in der Weihnachtszeit 1914. (Mit Klavier)

Natalie Dessay/Chorale Scala/London Symphony Orchestra/Philippe Rombi: hier verlinken

  • Bernard Lallement (*1936): Friedenskanon

Als „Zugabe“ üben und singen wir den Canon de la paix auf einen Text von Romain Rolland aus der Cantate pour la paix unseres „Gründungspatrons“ Bernard Lallement. (Mit Klavier)

Eine Aufnahme des Pariser Deutsch-Französischen Chores unter der Leitung von Bernard Lallement t: hier verlinken

 

 

 

 

 

 

  • Arvo Pärt (+1935): Da pacem Domine

Entstanden  für  ein  internationales  Friedenskonzert in Barcelona und seitdem regelmäßig in  Spanien  zum  Gedenken  an  die  Opfer  der Madrider  Zuganschläge  im  Jahr  2004 aufgeführt,  verwendet  Arvo  Pärt  in  seinem „Da pacem Domine“ ein nur auf wenige Töne beschränktes  musikalisches  Material,  einen für  alle  Stimmen  weitgehend  gleichen,  aber polyphon versetzten ostinaten Rhythmus und ein  sehr  langsames  Tempo.  So  entsteht  der Eindruck  eines  meditativ-erstarrten  Gebets mit  geradezu  hypnotischer  Wirkung.  (A-cappella)

Empfehlenswerte Aufnahme mit Noten : Estonian Philharmonic Chamber Choir/Paul Hillier  hier verlinken

  • Urmas Sisask (*1960): Agnus Dei

Mit sehr einfachen kompositorischen Mitteln, vor allem verschiedensten Kanonbildungen, gestaltet der in seiner Heimat Estland außerordentlich bekannte und oft gesungene Urmas Sisask das Agnus Dei mit seinem Schlussteil Dona nobis pacem. Und lässt es so zu einer eindringlichen Bitte um Frieden werden. (A-cappella)

Empfehlenswerte Aufnahme: Tempo, Stimmklang :  The Chamber Choir Eesti Projekt/Anne-Liis Treimann: hier verlinken

     

     

    • Louis Théodor Gouvy (1819-1898): Hymne für den Frieden

    Aus dem lothringischen Hombourg-Haut stammend, war Gouvy zugleich französischer, bis 1871, wie preußischer Staatsbürger, nach der Annexion Elsass-Lothringens infolge des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870/71. Auch stilistisch bewegt sich sein kompositorisches Schaffen zwischen französischen wiedeutschen Charakteristika. Die Hymne à la paix schrieb er auf einen Text des bedeutenden Dramatikers Jean Racine, den dieser anlässlich des Friedens von Rijswijk von 1697, der den Pfälzischen Erbfolgekrieg beendet, verfasste. (A-cappella)

    Keine (empfehlenswerte) Aufnahme gefunden

    • Charles Gounod (1818-1893), Da pacem Domine ( Frauenchor)

    Als Komponist geistlicher Musik war Charles Gounod außerordentlich produktiv: es gibt mehrere Oratorien, 15 Messvertonungen, ein Stabat Mater, ein Requiem und 60 kleinere Werke, die „Chants sacrés“ in unterschiedlichsten Besetzungen, die er 1878 als Sammlung herausbrachte. Dazu gehört das dreistimmige Da pacem Domine  für Frauenchoe. Eine musikalische Verwandt-schaft zur lateinischen Antiphon wie bei Arvo Pärt oder Enjott Schneider in diesem Pro-gramm gibt es nicht, vielmehr erfindet Gounod eine eigene Melodie, die er typisch spätromantisch harmonisiert hat. (A-cappella oder mit Klavier)

    Die beste der vorhandenen Aufnahme, wenn auch stimmlich nicht immer ausgewogen :  Minerva Voices chamber choir at the University of Kent / Dan Harding: hier verlinken

    • Frank Martin (1890-1974): Vater Unser (aus dem Oratorium „In terra pax“)

    Der Schweizer Komponist Frank Martin komponierte sein Oratorium über biblische Texte „In terra pax“ für den Tag des Waffenstillstands nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 7. Mai 1945 war es entsprechend erstmalig in Radio Genf zu hören, in französischer Sprache. Textlich und musikalisch schlägt das Werk den Bogen von den Schrecken des Krieges, von Angst und Verzweiflung bis zum Jubel über den Frieden, Hoffnung und einen Neuanfang. Gleichzeitig bezog er sich nicht nur auf den Zweiten Weltkrieg, sondern auf alle Kriege und bewaffneten Konflikte, denen er als Mahnung seine Musik entgegensetzen wollte. Den dritten Teil seines Oratoriums beschließen Auszüge aus der Bergpredigt im Matthäusevangelium: Teile der Seligpreisungen und das Vater Unser. (zusammengefasst auseiner Konzertankündigung des Mitteldeutschen Rundfunks Leipzig) (Mit Klavier)

    deutsche Fassung : Bozner Domchor & Kammerchor Leonhard Lechner / Heinrich Walder: hier verlinken
    französische Fassung : Orchester und Chor des Bayerischen Rundfunks / Ulf Schirmer: hier verlinken